Warum Online?

Ich werde relativ oft gefragt, wieso ich meinen Schwerpunkt auf die Online – Nachhilfe gesetzt habe. Man muss wissen, dass ich seit 2001 durchgehend private Nachhilfe gegeben habe, was ich auch wirklich mit Herzblut und Hingabe gemacht habe. Natürlich hat mich Covid-19 und die damit verbundene Quarantäne in eine Richtung gedrückt, über die ich damals nie nachgedacht habe. Für mich persönlich war persönlicher Kontakt maßgeblich um den von mir selbst verlangten Qualitätsstandard meiner Arbeit zu gewährleisten.

Als Covid-19 und die damit verbundene Quarantäne da war, hieß es für mich entsprechend umzudenken und zu reagieren. Dies habe ich dann auch getan. Nach den anfänglich, zugegebenermaßen, holprigen Gehversuchen auf diesem neuen Gebiet der Online-Nachhilfe lief es dann doch recht flüssig. Ich selber habe das eine oder andere Whiteboard ausprobiert, bis ich Jamboard gefunden habe mit dem ich rundum zufrieden bin. Ich habe unter anderem Teams und Skype ausprobiert, wonach ich dann bei Skype hängen geblieben bin. Als Dokumentenablage hat sich das Google-Drive als extrem nützlich herausgestellt.

Nachdem alle anfänglichen Probleme beseitigt waren und ich gelernt habe, wie man effektiv und zügig mit Whiteboard und Skype online arbeiten kann, habe ich unbewusst angefangen, meinen Arbeitsschwerpunkt auf die Online-Nachhilfe zu setzen. Im Laufe der letzten Monate haben sich dann auch die Maßgeblichen Vorteile der Online- Nachhilfe herauskristallisiert, weshalb ich persönlich mittlerweile davon überzeugt bin, dass dieser Weg der Nachhilfe in vielen Punkten der direkten Nachhilfe überlegen ist.

Im folgenden möchte ich den einen oder anderen Punkt aufführen und entsprechend erläutern.

Ein wichtiger Punkt, und für mich einer der wichtigsten, ist das Wohlbefinden des Schülers. Es ist doch faktisch so, dass man umso besser lernen kann, je wohler man sich fühlt und je entspannter man ist. Lernt man daheim, ist man in seiner gewohnten und entspannten Umgebung. Man hat immer alle Unterlagen da, die man brauch. Man kann quasi nichts daheim vergessen. Der Schüler fühit sich allgemein sicherer. Daraus folgt, dass er sich auch viel intensiver mit einer schwierigen Aufgabe oder einem schwierigen Thema beschäftigen kann. Es gibt praktisch keine Störungen durch andere Schüler. Lernt man in Gruppen, ist immer irgendwo etwas, was stört. Ist man in einersehr gemischten Gruppe worin jeder seine eigenen Probleme hat und entsprechend sehr viel Aufmerksamkeit brauch vom Lehrer kommt jeder etwas zu kurz am Ende.

Auch das Thema der Schüchternheit ist in der Gruppennachhilfe ein großes Thema. Klar kann man nun sagen, dass ein Schüler sich zu entwickeln hat und entsprechend lernen soll, dass er fragen soll, wenn etwas unklar ist. Aber faktisch gesehen, hat er aktuell in diesem Thema vll nicht die Mut etwas zu sagen, weshalb die Erklärung dessen zu knapp kommt, eben weil er nicht fragt.

Jeder kennt und liebt es… das Blätterchaos… Bei der direkten Nachhilfe werden jede Stunde mehrere Blätter voll gerechnet. Leider ist meine Erfahrung, dass diese Blätter recht oft am Ende auf dem Schreibtisch oder irgendwo anders landen. Leider sind viele Schüler der Auffassung, dass man diese Blätter nicht aufheben, geschweige denn abheften sollte. Sieht man sich eine Woche später zur nächsten Stunde, sind die Blätter entweder komplett verschwunden oder müssen erst gesucht werden, was dann leider von der bezahlten Zeit abgeht. Dadurch, dass bei der Online-Nachhilfe alles auf einem Whiteboard geschrieben wird nicht gelöscht oder überschrieben wird, ist gewährleistet, dass immer alles geschriebene sofort greifbar ist. Dadurch geht das Blätterchaos nahezu gegen Null. Auch kann man bei der Online-Nachhilfe recht schnell Aufgabenblätter im Internet suchen, die man dann, neben dem Whiteboard, im Google-Drive ablegt. Dort hat jeder Schüler einen separaten Ordner, auf den nur er und ich Zugriff haben. In diesem Ordner befinden sich alle in der Nachhilfe benutzten Dokumente feinsäuberlich sortiert.

Welcher Schüler kennt es nicht: Man liegt Nachts (evtl, vor einer Abfrage oder Schulaufgabe) im Bett und geht natürlich alle Aufgaben und Rechnungen nochmal im Kopf durch. Schlagartig schreckt man auf und weiß nicht mehr, wie man eine Rechnung gemacht hat, oder wie eine Aufgabe zu lösen ging.

Hier hat die Online-Nachhilfe einen Maßgeblichen Vorteil:
Der Schüler kann entweder die Google-Drive App auf seinem Handy nutzen, oder direkt mit dem Link in sein Google-Drive gehen und hat sofort die Unterlagen zur Hand mit denen er dann alles nochmal nachlesen kann.

Dies ist bei der direkten Nachhilfe zum Teil leider schwieriger. (Siehe Punkt 2)

Ich selber mache meine Nachhilfe sehr gerne so, dass ich auch Graphen von Funktionen plotte um damit ein besseres Verständnis der ganzen Thematik zu gewährleisten.
Auf dem Jamboard ist dies mit Geogebra ohne Probleme sofort möglich. Dadurch hat man die Rechnung und entsprechend den perfekten Graph auf einem Blick. Durch diese Möglichkeit entfällt das oft geäußerte Problem, dass man irgendwas berechnet, ohne direkt zu wissen was überhaupt. Durch die Online-Nachhilfe ist es direkt möglich ein Bild dessen zu erhalten von dem, was man da berechnet. Natürlich kann man diesen Graph auch bei der direkten Nachhilfe zeigen –  aber was ist mit unserem Schüler der Nachts aufschreckt (Punkt 3)? Der hat in diesem Moment auf seinen Blättern wieder nur die Rechnung.

Es ist auch klar, dass man Dinge besser nachvollziehen bzw. merken kann, wenn man ein klares Bild dazu hat. Da leistet die Online-Nachhilfe wirklich sehr gute Dienste

Wie in Punkt 2 bereits beschrieben, ist es bei der Online-Nachhilfe ohne weiteres möglich schnell sehr gute Übungsaufgaben zu finden.
Diese kann man dann direkt in den Erklärprozess mit einbeziehen, indem man diese Aufgaben (oder Beispiele) einfach auf die Tafel kopiert und an deren Seite die Rechnung schreibt.

Es ist heutzutage immer öfter der Fall, dass Schüler in der Schule nicht mehr mit einem Block und Stift bewaffnet in den Unterricht gehen, sondern mit einem Tablet und dem entsprechenden Stylus. Dies ist auch bei der Online-Nachhilfe eine spannende Sache, da man dadurch gemeinsam an einem Dokument oder Tafel arbeiten kann. Dies hat den Vorteil, dass am Ende eine ordentliche Tafel vorliegt auf der (normalerweise) nichts falsch ist, was zum lernen wieder optimal ist.

Natürlich ist ein eigenes Tablet mit Stift nicht notwendig um die ganzen Vorteile der Online-Nachhilfe zu nutzen. Sie sind einfach eine tolle Sache, mit der man noch mehr aus der ganzen Sache holen kann.

Wir alle haben das Problem mitbekommen, als schlagartig Quarantäne war und keiner wirklich wusste wie das läuft. Die Lehrer waren überfordert, die Institute und Nachhilfelehrer auch – und ganz vorne die Familien. Keiner wusste direkt, wie man es nun effektiv machen soll. Demnach blieb erstmal viel auf der Strecke.
In der Schule lief der Online – Unterricht mehr oder weniger effektiv. Die Schüler haben daheim versucht Dinge zu verstehen, was nicht wirklich geklappt hat, da zum großen Teil die Eltern auch nicht helfen konnten. Die Folge daraus merken wir nun alle: Die Schüler sind zum großen Teil wieder weit zurück gefallen in ihrem Stoff und ihrem Wissen.

Es ist aber nunmal so, dass wir uns mit der Geschichte nun anfreunden müssen. Wenn der eine Virus vorbei ist, kommt der nächste.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass dies maßgeblich unser weiteres Leben, Lernen und Lehren beeinflussen wird. Leider ist es daher so, dass man nie weiß, ob man kommende Woche für die zwei dann folgenden Wochen in Quarantäne geschickt wird oder nicht.

Also würde alles wieder auf der Strecke bleiben. Keiner darf einen besuchen, die Schule würde wieder ausfallen, weshalb wieder einiges an Stoff auf der Strecke bleibt.

Da ist die Online – Nachhilfe ein sehr guter Rettungsanker. Wenn man dann jemanden hat, der viel Erfahrung mit bringt, auch neuen Stoff zu erklären und beizubringen, der vor allem auch in Zeiten der Quarantäne da ist, dann ist das schonmal extrem beruhigend.

Aus diesem Grund ist die Online – Nachhilfe ein sehr wichtiger Faktor, der einem Sicherheit und Beständigkeit gibt, dass es auch während einer Quarantäne weiter geht ohne schlagartig in Schockstarre zu verfallen wenn Quarantäne an die Tür klopft.

Im Hinblick auf Punkt 7 muss man auch ergänzen, dass es allgemein aktuell ein Risiko birgt persönlich bei Menschen aufzuschlagen. Es ist faktisch so, dass man bei der direkten Nachhilfe i.d.R. keine 1,5m Abstand halten kann, zumal man auch mal was zeigen muss oder sonstiges.

Masken sind auf Dauer auch nicht wirklich effektiv und angenehm. Ich als Nachhilfelehrer habe aber einfach das Problem, dass wenn ich jeden Tag zu mehreren Schülern fahre und mich anstecke (Es brauch tatsächlich nur einer z.B. Corona zu haben) in der Folge daraus auch viele andere Schüler als Kontaktperson habe.

Demnach würde das einen recht langen “Schwanz” nach sich ziehen, wonach alle als Direkkontakt in Quarantäne müssten.
Um das ganze zu verdeutlichen ein kleines Beispiel: Ich fahre zu Schüler A, der Corona hat (noch nicht nachgewiesen oder getestet).. danach fahre ich zu 6 oder 7 weiteren Schülern.. das ganze mache ich dann 3 Tage inkl. der Kurse in etwaigen Instituten in denen ich arbeite. Am dritten Tag kommt dann die Meldung, dass ich Quarantäne soll weil Schüler A tatsächlich Corona hat. Also muss ich meine Kontaktpersonen (quasi alle Schüler und Kursteilnehmer) angeben (die dann auch in Quarantäne müssen bis der Nachweis erbracht ist, dass diese sich hoffentlich nicht angesteckt haben) und während dieser Zeit darf ich natürlich auch nichts direktes machen, weshalb auch die Nachhilfe ausfallen würde. Wär quasi dann sogar ein doppeltes Problem.

Daher ist auch hier die Online – Nachhilfe eine sichere und vor allem konstante Sache in diesen Zeiten, wo man wirklich nicht weiß, wann man wieder (und wie lange) in Quarantäne muss.

Wenn man alle Punkte oben durchliest, versteht man, dass es faktisch keinen negativen Unterschied gibt zur direkten Nachhilfe.

Eher gibt es viele Vorteile. Wieso sollte man es nicht, wenn man schon die Möglichkeit hat aus etwas das bestmögliche zu holen, nutzen.

Meine persönliche Erfahrung (unabhängig von meinem Job) sagt, dass die Online- Nachhilfe nur Vorteile gegenüber der direkten Nachhilfe hat.

Am Ende heißt es eigentlich nur, dass man es einfach mal probieren sollte. Es ist ja tatsächlich so, dass die Digitalisierung mit großen Schritten voran schreitet und wir uns auf neue Wege vorbereiten müssen. So manche Dinge sollten neu überdacht und einfach mal ausprobiert werden. Genauso ist es auch mit der Online-Nachhilfe.
Man muss es einfach mal probieren um zu entscheiden, ob man es mag oder eben nicht.
Ich für meinen Teil kann nur sagen, dass ich sehr froh darüber bin, den Schritt damals gegangen zu sein und nun dadurch meine Arbeit ein ganzes Stück weiter nach vorne gebracht habe.
Ich persönlich bin davon überzeugt, dass die Online-Nachhilfe viele Möglichkeiten und Wege aufzeigt, die man erst sieht, wenn man es mal probiert hat.